
Medikamentenkonsum in Zahlen
Im Jahre 2002 wurden in der BRD 1,65 Milliarden Arzneimittelpackungen über die Apotheken verkauft, etwa 37%,
nämlich 615 Mio. Packungen, ohne Rezept im Rahmen der Selbstmedikation.
Der Gesamtumsatz der pharmazeutischen Hersteller betrug etwa 18,63 Mrd. Euro, davon entfielen 2,21 Mrd. Euro auf den
Bereich der Selbstmedikation.
In Apothekenumsatz bedeuten diese Werte etwa 32,5 Mrd. Euro Gesamtumsatz und 4,1 Mrd. Euro für die Selbstmedikation.
Grösster Einzelmarkt ist der der gesetzlichen Krankenversicherungen.
Hier wurden 23,4 Mrd. Euro für rund 740 Mio. Verordnungen ausgegeben.
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6% aller verordneten Arzneimittel besitzen ein eigenes Suchtpotential,
darunter vor allem die Schlaf- und Beruhigungsmittel mit Wirkstoffen aus
der Familie der Benzodiazepine.
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Aber auch Mittel mit Kodein (z.B. Husten-, Schmerz- und Migränemittel) gehören in die Gruppe der
missbräuchlich angewendeten Mittel. In den letzten Jahren sind die Benzodiazepin-Verordnungen zurückgegangen, sie reichen aber
noch immer aus, um etwa 1,1 Mio. Abhängige von diesen Arzneimitteln zu versorgen, die Gesamtzahl der Arzneimittelabhängigen
wird auf 1,4 – 1,5 Millionen geschätzt.
Zu beachten sind auch die Analgetika.
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Hier werden noch immer Kombinationspräparate mit Koffeinangeboten, die ein eigenes Missbrauchspotential haben können.
Allerdings geht die Menge beständig zurück, sicherlich ein Ergebnis der Information in der Öffentlichkeit
gegen derartige koffeinhaltige Mittel.
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Noch immer muss davon ausgegangen werden, dass rund 1,1, Mio. Menschen
von Benzodiazepinderivaten abhängig sind, weitere etwa 300.000 von anderen
Arzneimitteln.
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Betroffen sind vor allem Frauen, wie Auswertungen aus dem Bereich der Gmünder
Ersatzkasse (GEK) zeigen. Danach werden für einen grossen Bereich der
Patientinnen und Patienten deutlich höhere Mengen verordnet, als für den
jeweiligen Verordnungszeitraum 30 Tage (= 30 DDDs) ausreichen würden. Zum Teil
wurden Mengen verordnet, die für mehr als die doppelte Zeit reichen würden – ein
Hinweis darauf, dass die Dokumentation in der verordnenden Praxis
verbesserungsbedürftig ist - denn da sollte erkennbar sein, wann wieder eine
Verordnung ansteht und wie lange die verordnete Menge von Arzneimitteln reichen
müsste - oder ein Hinweis darauf, dass mehrere Ärztinnen und Ärzte
nebeneinander, zumeist, ohne Kenntnis voneinander, solche Mittel auf Rezept
verschrieben.
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Quelle: Jahrbuch SUCHT 2003 der DHS
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