Nach dem Alkoholismus ist die Medikamentenabhängigkeit nach Angaben
des
Fachverbandes Sucht e.V.das zweitgrösste Suchtproblem in Deutschland.
Etwa 1,5 Millionen Menschen seien tablettensüchtig.
Unter einer Alkoholabhängigkeit litten etwa 1,6 Millionen
Menschen, hiess es beim 16. Bundeskongress des Fachverbandes
Sucht e.V. vom 16.-18. Juni 2003 in Heidelberg.
Das Motto der Veranstaltung: "Sucht macht krank".
2001 wurden nach den Angaben von
Suchtexperten 1,66 Milliarden
Packungen Arzneimittel verkauft.
Das
seien im Schnitt 20 pro Einwohner in
Deutschland.
Etwa 6 bis 8 Prozent dieser
Arzneimittel hätten ein
bekanntes Sucht- oder
Missbrauchspotential.
Zur Abhängigkeit komme es vor allem, wenn Medikamente wie
Schlaf- oder Muskelentspannungsmittel sowie Arzneimittel
gegen Depressionen über einen längeren Zeitraum eingenommen
würden. Eine Einnahme über mehr als zwei bis drei Monate
führe häufig zur Gewöhnung. Rund 60 Prozent der Betroffenen
seien Frauen.
Nach der Alkohol- und
Medikamentenabhängigkeit wertet der Verband die
Drogensucht mit etwa 120.000 bis 150.000 Betroffenen
als drittgrösstes Problem.
Die Behandlung der knapp 4 Millionen süchtigen
Raucher zähle dagegen nicht zu den eigentlichen
Suchttherapien, hiess es.
Der Vorsitzende des Fachverbandes, Ralf Schneider,
betonte, dass Abhängigkeitserkrankungen eine
Vielzahl von Folgeerkrankungen sowie
Schädigungen des Organsystems nach sich zögen.
Schneider forderte eine verstärkte
Präventionsarbeit, die vor allem zielgruppenbezogen
sein Müsse. Gerade die Aufklärung über die
Medikamentenabhängigkeit sei in Deutschland noch
unzureichend.