Aktion gegen 'kontrolliertes' Trinken
V O R S I C H T !!!
IAB. In jüngster Zeit wird von verschiedenen Seiten
'kontrolliertes Trinken' propagiert. Renommierte
Zeitschriften berichten darüber, ein auf dem Gebiet der
Suchtproblematik bekannter Author widmet diesem Thema eine
eigene Website, und sogar manche Ärzte und Therapeuten
vertreten diese Theorie.
Um es gleich vorweg zu nehmen - wir sprechen uns ausdrücklich gegen
derartige Ansätze aus !
Mehr noch, wir halten es für
gefährlich, solche Theorien zu verbreiten !
Auch wenn teilweise darauf hingewiesen wird, dass sich
"kontrolliertes Trinken" bei bestimmten Indikationen nicht
realisieren lässt, kann es bei Betroffenen falsche
Hoffnungen wecken.
Wir möchten mit dieser Aktion aufklären und Betroffene
(insbesondere trockene, alkoholkranke Menschen) vor
Versuchen mit "kontrolliertem Trinken" ausdrücklich und
eindringlich warnen !
Was besagt die Theorie des "kontrollierten Trinkens" ?
Kontrolliertes Trinken heisst, den eigenen Alkoholkonsum
nach einem zuvor festgelegten Trinkplan und nach bestimmten
Regeln auszurichten.
Es ist ursprünglich für Menschen gedacht, die zwar viel
Alkohol trinken, dabei aber (angeblich) nicht
alkoholabhängig sind. In der Tat gibt es "Vieltrinker" ohne
Suchtstruktur, jedoch ist diese Spezies weniger häufig
vertreten. Da jedoch die Übergänge zwischen
Missbrauch, Abhängigkeit und Sucht fliessend sind, kann
niemals mit Gewissheit festgelegt werden, wer das Prinzip
"kontrolliertes Trinken" anwenden kann, und wer nicht.
Die Sache hat einen Haken !
Bei Betrachtung der einzelnen Phasen der Alkoholsucht ist
das "Trinken nach einem bestimmten Schema" ein fast fester
Bestandteil der so genannten kritischen Phase. In dieser
Phase sind die Betroffenen jedoch bereits in ihrer Sucht
gefangen. Nur Abstinenz könnte den Fortschritt der
Alkoholkrankheit stoppen.
Warum "kontrolliertes Trinken" nicht funktionieren kann !
Viele Menschen können in Massen trinken - es heisst, sie
können mit Alkohol umgehen. Sie trinken gelegentlich,
verspüren kein Verlangen nach mehr Alkohol und haben auch
keine Probleme, auf das Trinken zu verzichten. Wer jedoch
einer selbst auferlegten, oder therapeutischen Kontrolle
bedarf, hat bereits ein ernsthaftes Alkoholproblem !
Der Versuch "kontrolliert" zu trinken zeigt, dass zuvor ein
Kontrollverlust eingetreten sein muss. Nun wird probiert,
"kontrolliert" zu trinken, was aber zu keinerlei
Befriedigung des Trinkverlangens führen kann, da die
Betroffenen nicht mehr die Menge bekommen, die sie
bräuchten, um sich wohlzufühlen.
Vergleichen wir es einmal damit: Man hat fürchterlichen
Hunger, bekommt aber ein Salatblatt zugeteilt und soll damit
satt und zufrieden sein.
Für die Betroffenen ist das "Kontrollierte Trinken" folglich
mehr eine Qual, als ein Nutzen. Es werden Bedürfnisse
geweckt, die nicht befriedigt werden. Es ist im Endeffekt
also leichter, ganz auf Alkohol zu verzichten.
Der "kontrolliert trinkende" Alkoholkranke - eine
tickende Zeitbombe !
Viele trockene Alkoholiker meinen, nach einer kürzeren oder
längeren Abstinenzphase wieder mit Alkohol umgehen zu
können. Nicht wenige verfallen durch Publikationen über
"kontrolliertes Trinken" diesem Irrglauben.
Der Alkoholkranke versucht nun nach seinem oder einem vom
Therapeuten empfohlenen, vorher festgelegten, Trinkschema
Alkohol zu trinken. Erstaunlicherweise mag es bei dem einen
oder anderen über einen gewissen Zeitraum funktionieren,
aber die Zeitbombe tickt !
In den uns (zahlreich) bekannten Fällen wurde die
zugestandene oder vereinbarte Alkoholmenge eigenmächtig nach
und nach gesteigert. Am Ende wurde exzessiver als je zuvor
getrunken.
Für uns sind derartige Experimente, "kontrolliert zu
trinken", nichts anderes als schleichende Rückfälle.
Anzumerken ist zudem, dass die Meisten, die sich in
"kontrolliertem Trinken" versucht haben, binnen kürzester
Zeit (ca. 2 bis 4 Wochen) wieder in ihr altes Trinkmuster
zurückgefallen sind.
Uns ist kein Fall bekannt, in dem es jemand länger als
ein Jahr geschafft hat !
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FAZIT:
Wir warnen ausdrücklich davor, unter gegebenen
Voraussetzungen
"kontrolliertes Trinken"
auszuprobieren !
Es ist unverantwortlich, dass Leute, von denen man
eigentlich annehmen
sollte, sie hätten die nötige
Fachkenntnis, zu diesen gefährlichen Versuchen
animieren.
Und, noch schlimmer, dies als therapeutische
Massnahme verkaufen und
sich so auf Kosten derer, die
ihnen guten Glaubens vertrauen, bereichern.
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Weitere Informationen finden Sie auf der Website "alkohol-hilfe.de". |