Bereich für Angehörige

"Mein
Mann trinkt seit Jahren, und es wird immer schlimmer. Alles
bleibt an mir hängen - die Kinder, das Haus, der Garten ...
Ich habe Angst, dass die Nachbarn etwas merken. Oder er
seine Arbeit verliert. Ich weiss nur eins: irgendwie muss es
gehen.
Doch nachts kriege ich kein Auge zu, und die Schmerzen im
Rücken werden immer schlimmer."
Eine Suchterkrankung betrifft nicht nur den Süchtigen
selbst, sondern immer auch seine Angehörigen.
Deshalb sprechen Fachleute auch von einer
'Familienerkrankung'.
Auch die Angehörigen (Ehepartner, Kinder, Eltern von
suchtkranken Kindern)
benötigen Hilfe und Behandlung, um die Situation in den
Griff zu bekommen.
In Deutschland gibt es ca. 2,8 Millionen suchtkranke
Menschen. Geht man von drei Angehörigen (Partner, Kinder,
Eltern) aus, dann sind es neun bis zehn Millionen Menschen,
die in Deutschland mit der Suchtkrankheit eines
nahestehenden Menschen leben.
Meist erkennen die Angehörigen als Erste den Ernst der
Situation, stehen ihr häufig aber auch völlig hilflos
gegenüber. Sie leiden unter dem Verhalten des geliebten
Menschen, wollen helfen, wissen aber nicht wie, und sind mit
fortschreitender Dauer mehr und mehr von der Situation überfordert.
Es kommt auch immer wieder vor, dass Angehörige bei sich
einen Grund oder eine "Schuld" für das Verhalten des
Süchtigen suchen, obwohl der Abhängige alleine für seine
Sucht verantwortlich ist, und sich auch selbst davon
befreien muss.
In vielen Fällen entwickeln Angehörige dann, ohne es
zu bemerken, eine sogenannte "Co-Abhängigkeit", auf die hier
noch gesondert eingegangen wird.
Daher ist es sinnvoll und notwendig, dass auch die
Angehörigen Hilfe und Behandlung erhalten.
Aus diesem Grund ist
der KREUZBUND eine Selbsthilfeeinrichtung nicht nur für Suchtkranke
sondern auch für Angehörige.
Jeder Hilfesuchende ist uns herzlich willkommen.
Obige Informationen gelten ebenso für Abhängige von anderen
Suchtstoffen.
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